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Kapstadt

Joy wurde in Kapstadt geboren und ihre ganze Familie ist noch dort. Da ihr Vater wieder im Krankenhaus war, sind Joy und Ron Freitag vor einer Woche wieder runter geflogen und haben beschlossen, dass es Zeit wird, dass ich Joys Familie kennen lerne. Somit haben sie einen Flug nach Kapstadt für Dienstag gebucht und einen zurück für Freitag. Also ging es letzten Dienstag für mich zum Flughafen, pünktlich wie eh und je waren wir 50 Minuten vorm Abflug da. Kleines Problem: Mietwagen war noch nicht gebucht. Joy und ich also zu Avis gerannt, die arme Frau am Schalter alle 30 Sekunden daran erinnert, dass sie sich doch butte beeilen soll und dann ist Joy aufgefallen, dass sie ihren neuen Führerschein zu Hause liegen hat und nur den abgelaufenen mit sich hatte. Ups. Wie genau sie das jetzt gelöst haben, weiß ich nicht, da ich mich irgendwann verabschiedet habe und zum Gate gerannt bin. Nach 2 Stunden Flug kam ich in Kapstadt an und wurde von Joys Mama und ihrer Schwester Jacky abgeholt. Wir sind dann zu Joys Elternhaus gefahren, was ein kleiner Realitätsschock gewesen ist. Joy hat mir wohl erzählt, dass sie aus sehr einfachen Verhältnissen kommt, aber dann in der Siedlung zwischen den teilweise wirklich winzigen und primitiven Hütten zu stehen, ist dann doch nochmal was anderes. Das Haus der Eltern hat einen kleinen Vorgarten, dann kommt man direkt in das Wohnzimmer, dann in einen ca 1 qm großen Flur, von wo es ins Bad (ohne warmes Wasser), in die Küche und zu zwei Schlafzimmern geht. Besonders wenn man bedenkt, dass Joy mit etlichen Geschwistern aufgewachsen ist (insgesamt 9, darunter aber auch Halbgeschwister, die in anderen Häusern aufgewachsen sind), merkt man erstmal wie privilegiert man in Deutschland ist. Allerdings muss ich sagen, dass Joys Familie und die anderen Leute aus dem Viertel, die ich kennengelernt habe, mit die herzlichsten und nettesten Menschen sind, die ich jemals kennengelernt habe. Zur Besuchszeit sind wir dann ins Krankenhaus zu Joys Papa gefahren. Das war aber ehrlich gesagt etwas unangenehm, der wusste nicht, dass ich kommen und man merkte, dass er nicht wollte, dass ich ihm in diesen Zustand kennenlerne. Geschlafen habe ich in dem Haus von Joy und Ron, wo momentan Joys Bruder Mark mit seiner Frau Gina wohnt. Das Haus ist in einem guten Viertel, mit einem vernünftigen Tor und Zaun, worum ich dann doch ganz froh war. Am nächsten Tag habe ich dann ein bisschen sight seeing mit Jacky und Joys Mama gemacht, wir konnten allerdings nicht auf den Tafelberg, da es zu windig war. Wir haben die Warerfront besucht etc, ich war dann aber relativ früh wieder in dem Haus, da ich dieses mal alleine dort hinfahren musste und Joy nicht wollte, dass ich so spät in Kapstadt alleine fahre, außerdem liegt das Haus auch etwas außerhalb von Kapstadt. Abends war ich dann noch mit Gina (die Frau von Joys Bruder Mark) und der Tochter der Krankenschwester, die auch in dem Haus von Joy und Ron lebt, bei Marks Restaurant, welches er managed. Danach sind wir zur Waterfront gefahren, welche im dunkeln super schön war! Am nächsten Tag ist Joys Mama zu Hause geblieben, da der Vater aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Mich haben dann Jacky und Susan, die andere Schwester von Joy, rumgeführt. Das Wetter war gut, somit konnten wir auf den Tafelberg und die Aussicht war super schön! Generell ist Kapstadt extrem sehenswert, egal wohin man fährt, man sieht immer etliche Berge im Horizont, die Stadt ist ziemlich grün und gleichzeitig topmodern. Später haben wir dann nochmal die Eltern besucht und der Vater war wie ausgewechselt, sehr fröhlich und offen. Abends war geplant, dass ich noch mit Garth, dem Sohn von Jacky, und einem Freund von ihm ein bisschen das Nachtleben von Kapstadt sehe. Er sollte mich um 7 Uhr abholen, da aber kein einziger Südafrikaner bisher wirklich pünktlich war, stand ich um 7 noch ungeduscht in der Küche am kochen. Prompt kam dann auch der Anruf, dass er sich ein bisschen verspäten würde. Es tat aber gut nach den Tagen mit Joys Familie mal umgeben von Leuten meines Alters zu sein. Nur leider war fast niemand in den Bars die wir besucht haben, da momentan alle Studenten am demonstrieren sind. Ich weiß nicht , ob das auch in Deutschland berichtet wurde, das ist auf jeden Fall eine große Sache hier. Die Regierung wollte die Studiengebühren um über 10 % anheben und bisher war die Uni für die Unterklasse gerade so bezahlbar, wenn man halt noch Nebenjobs hat. Durch die Proteste haben die Studenten schon erreicht, dass die Gebühren nicht erhöht werden, jetzt fordern sie aber die Abschaffung der Studiengebühren.Auf jeden Fall bin ich Freitags wieder zurück nach Ballito geflogen, Samstag haben wir das Rugbyspiel von Südafrika gegen Neu Seeland, was wir allerdings verloren haben und somit wars das mit der Weltmeisterschaft. Danach sind wir zu Freunden gefahren, wo es Joy und Ron sich ein bisschen zu gut gehen lassen haben, sodass ich gezwungen war Rons riesiges Auto (toyota hilux, so n großer pick up) nach Hause zu fahren, wogegen ich mich bisher erfolgreich wehren konnte. Da ich aber nicht parken musste, sind alle, einschließlich dem Auto, ohne einen Kratzer nach Hause gekommen. Jetzt gerade plane ich eine riesige Halloweenparty für Samstag, die ursprünglich als klein geplant war, aber irgendwie ein bisschen außer Hand geraten ist. Joy hat mich beauftragt die Party legendär zu machen und gesagt, dass ich so viel ausgeben soll wie ich will. Das wird mir nicht sonderlich schwer fallen, denke ich, auch wenn meine Liste bisher immer länger wurde, egal wie viel ich bereits abgearbeitet habe.P.S. wenn mir jemand bis Samstag eine Rauchmaschiene zukommen lassen könnte, wäre ein großes Problem gelöst
27.10.15 20:42
 
Letzte Einträge: Johannesburg , San Diego 🇺🇸, California Trip, Wird mal wieder Zeit!


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